Sonntag, 3. September 2017

TV-Duell: Das Problem des Martin Schulz

Im TV-Duell wird das Problem des Martin Schulz sehr deutlich. Es handelt sich um ein rhetorisches Problem. Ob es ein inhaltliches Problem gibt, kann und will ich nicht beurteilen. Aber die Rhetorik von Martin Schulz möchte ich kurz beleuchten.

In nahezu allen Statements startet Schulz mit vehementen Worten und ich denke spontan, das kommt rhetorisch ganz gut und dann... Dann schließt er nicht ab. Martin Schulz kommt nicht zum Punkt. Ab und zu gelingt es ihm, eine Kernaussage zu formulieren. Aber ganu in diesen Fällen belässt er es nicht bei dieser Aussage. Er macht, wie Rhetoriker sagen, wieder auf und redet weiter und weiter und weiter. Damit wird die Kernaussage entweder zerstört, oder zumindest weich gemacht. 

Diese Beobachtung zieht sich durch das gesamte Interview. 

Hinzu kommt folgendes: Während wir von Angela Merkel eine sparsame Körpersprache gewohnt sind, könnte Martin Schulz in diesem Bereich punkten. Doch genau das versäumt er. Seine Bewegungen sind in der Vielfalt reichhaltiger, aber er bricht in der Bewegung ab. 

Diese Beobachtung teile ich übrigens mit dem Körpersprachen-Trainer #StefanVerra.

Somit stellt sich mir die Frage: Will er wirklich, oder bleibt er provinziell? Aus meiner rhetorischen Sicht: Hier tritt politische Erfahrung gegen einen Versuch an. Der Versuch bleibt immer auf der Strecke und schließt nicht ab. Bis hin zm Schlusswort.

Wie haben Sie das TV-Duell aus rhetorischer Sicht gesehen? Schreiben Sie mir!







Donnerstag, 24. August 2017

400 Jahre Palmenorden

Am 24.08.1617 wurde die "Fruchtbringende Gesellschaft" in Weimar gegründet. Die Fruchtbringende Gesellschaft, auch bekannt unter Palmenorden war die erste bedeutende Sprachakademie im deutschsprachigen Raum!

Wikipedia weiß zu der Gesellschaft folgendes:  

Die Gründung erfolgte "von fünf anhaltischen und sachsen-weimarischen reformierten und lutherischen Fürsten und dreien ihrer Hofleute, darunter dem Gesellschaftsältesten (Caspar von Teutleben. FG 1. Der Mehlreiche. 1617), Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (FG 2. Der Nährende. 1617) und Herzog Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar (FG 5. Der Schmackhafte. 1617), dem eigentlich ersten bzw. zweiten Gesellschaftsoberhaupt.  

In ihrer Imprese zeigt die Gesellschaft die vielfach brauchbare Kokospalme mit der Devise „Alles Zu Nutzen“. Aufgrund ihrer hohen Mitgliederzahl aus dem Adels- und Reichsfürstenstand war sie höfisch, politisch, militärisch und diplomatisch vernetzt. Modell standen die italienischen Renaissance-Akademien, sie knüpfte aber auch an Ritterorden, Adelsgesellschaften und Bruderschaften an und fungierte jedoch nur zum Teil wie eine Gelehrtengesellschaft und literarische Vereinigung."

Und weiter:
„Der Name Fruchtbringend / darum / damit ein jeder / so sich hinein begiebet / oder zu begeben gewillet / anders nichts / als was fruchtmeßig / zu Früchten / Bäumen / Blumen / Kräutern oder dergleichen gehörig / aus der Erden wächset / und davon entstehet / ihme erwehlen / und darneben überall Frucht zuschaffen äußerst beflissen seyn solle.“
(Georg Neumark: Der Neu-Sprossende Teutsche Palmbaum, Nürnberg 1668)"

Der Palmenorden verzeichnete in unterschiedlichen Regionen zu unterschiedlichen Zeiten seine Aktivitäten und hatte mitunter großen EInfluss. 

Hier sehen Sie den gesamten Wikipedia-Beitrag "Fruchtbringende Gesellschaft".

Leider gibt es dato wenig öffentliche Beachtung der sprachlichen Pflege.  
Wie wäre es mit dem nächsten #Rhetorikclub_Potsdam am 18.10.2017 um 16:00 Uhr in Potsdam?

Schreiben Sie mir: s.schwarz@amm-gruppe.de



  






Donnerstag, 17. August 2017

Warum Unternehmensberater nicht beliebt sind

Die Sprache macht es! Da gibt der Deutschland-Chef von McKinsey, Cornelius Baur, dem Focus-Online ein Interview. Das Thema ist die Veränderung der Berufswelt durch die Digitalisierung. Daran und am Inhalt gibt es nichts auszusetzen. Natürlich ist bekannt, dass McKinsey eine weltweite Gesellschaft ist. Amtssprache vermutlich englisch.

Und dann spricht Cornelius Baur im Interview über "Agile Coaches" und "Scrum Master". Dem gutgelaunten deutschsprachigen Leser des Focus-Online verdrehen sich die Augen. Gut, wir können ja ein "Re-Skilling" durchführen und uns der neuen Welt selbst nähern...

Um eines klarzustellen: Die Sprache der Digitalisierung ist durch die technische Entwicklung englisch-geprägt. Aber wenn wir über Berufe reden und in diesem Zusammenhang über Ängste von deutschsprachigen Menschen, dann helfen uns solche Wortgetüme nicht weiter. Das Gegenteil wird der Fall sein. Dabei hat die deutsche Sprache doch so viele wunderbare Möglichkeiten des Ausdrucks! Lassen Sie uns diese Möglichkeiten also nutzen.


Hier gehts zum Interview. Schmunzeln Sie selbst: 


http://www.focus.de/finanzen/karriere/berufsleben/digitalisierung-zukunftsorgen-der-mckinsey-deutschland-chef-hat-gute-nachrichten_id_7437777.html 










Freitag, 11. August 2017

Hadrian wird Kaiser

Am 11. August 117, also vor genau 1.900 Jahren wird Hadrian römischer Kaiser. Literarische Quellen und Fragment überliefern große rhetorische Fähigkeiten von Hadrian und lassen auf eine intensive Ausbildung in Grammatik und Rhetorik schließen.

Er beherrschte die Sprachen Latain und Griechisch perfekt, weitere Sprachen werden ihm nachgesagt. 


Den Quellen zufolge verfügte Hadrian über Scharfsinn, Wissensdurst, Lerneifer und eine rasche Auffassungsgabe (Wikipedia).

Es gibt aber auch überlieferte Stimmen, die sagen, dass er profilierungssüchtig war und sich sogar vor den jeweiligen besonderen Könnern eines Faches aufzuspielen suchte.

Was Rhetorik so alles ausmacht. Ob es damals schon Formate wie "Talk-Show`s" gab? Ein Schelm, des Böses dabei denkt...

Unter dem Strich bleibt sein rhetorisches Können in der Überlieferung. Damit reiht sich Hadrian in die großen Rhetoriker des römischen Reiches und der griechischen Antike ein. 

















Donnerstag, 13. Juli 2017

Christian Lindner und die Bochumer Studenten

Wir beschäftigen uns in diesem Forum immer wieder mit dem Thema Schlagfertigkeit in der Rhetorik. Bei Schlagfertigkeit denken viele immer an den direkten Return in Form von Bumerang, Reflexion, Gegenfragen o. a. (siehe unsere Seminare). Aber natürlich gehört zu Schlagfertigkeit auch das Ausharren und Kontern zum geeigneten Zeitpunkt. In der Praxis sieht das dann aus wie eine Gemengelage. Bei genauem Hinhören (und Hinschauen) ist es aber die Anwendung der Schlagefertigkeitstechniken in zeitlichen Abständen. 

Ein tolles Beispiel dafür liefert der versierte Rhetoriker Christian Lindner vor Studenten der Uni Bochum. 

Zunächst wird Lindner konfrontiert, dann gestört und sogar persönlich angegriffen (z. B. "... verpiss`dich..."). Lindner weicht zunächst nicht zurück, hält dagegen und dann greift er an. Und es gelingt ihm tatsächlich, die Veranstaltung zu drehen.

Im Video der Huffington Post ist das zu beobachten. Schauen Sie sich das an, es ist für rhetorisch Interessierte sehenswert (leider ein sehr kleiner Bildschirmausschnitt):


http://m.huffpost.com/de/entry/17461906 
 
 

Sonntag, 7. Mai 2017

Rhetorik-Club am 05.07.2017

Warum steht der eine im Raum und es ist "Etwas" da und anderen gelingt das weniger? 

Wer zu unserem nächsten Rhetorik-Club am 05. Juli 2017 kommt, war i. d. R. zuvor bei einem unserer Seminare. Trotzdem sind auch neue Interessenten gern gesehen! 


Unsere Themen am 05. Juli: Fortsetzung zur Arbeit mit Bildern und Pausen in Präsentationen und danach Eristik in der Kommunikation.

Über Ihre weiteren thematischen Vorschläge freue ich mich wie immer, natürlich gern auch spontan.

ACHTUNG: Neuer Treffpunkt bei der AMM GmbH ist nun in der Wetzlarer Straße 86 in 14482 Potsdam (hinter Katjes, über Kieser-Training, 3. OG)!

Wie immer gilt: Um den Stammtisch qualitativ durchführen zu können und für Ihr leibliches Wohl zu sorgen, bitten wir Sie um einen Unkostenbeitrag in Höhe von 30,-€. Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung bis zum 22.06.2017.


Mit freundlichen Grüßen von




Stefan Schwarz


Freitag, 30. Dezember 2016

Was Silvester mit einem Waldmensch zu tun hat

Silvester selbst ist laut Wikipedia "der letzte Tag des Jahres im westlichen Kulturraum. Nach dem römisch-katholischen Heiligenkalender ist Papst Silvester I. († 31. Dezember 335) der Tagesheilige. Das Jahresendfest hatten bereits die Römer gefeiert, erstmals im Januar zu Beginn des Jahres 153 v. Chr., als der Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar verschoben wurde. "

Sprache entwickelt sich. Die Übernahme von Begriffen aus anderen Sprachen und deren Implementierung in die eigene Sprache schafft Dynamik der Sprachentwicklung. Schön eigentlich. Aber manchmal fühlt es sich merkwürdig an, wie bei unserem Silvester.

Der Name Silvester kommt aus dem Lateinischen (silva ‚Wald‘) und bedeutet frei übersetzt "Waldmensch". 

Das Ereignis Silvester geht auf das Jahr 1582 zurück. Damals verlegte die Gregorianische Kalenderreform den letzten Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember, den Todestag des Papstes Silvester I. († 31. Dezember 335). 

Die Feuer-Feste am Jahresende haben übrigens alte germanische Wurzeln. Dämonen, Pech und böse Geister sollten durch Schellen oder auch Peitschen vertrieben werden, sodass uns Glück und Seligkeit durchs neue Jahr begleiten.

Heute geben wir in Deutschland 150 Mio. € für Feuerwerk aus. Wahrscheinlich wissen die Wenigsten, dass der Ursprung die Vertreibung von Dämonen war. 

Wir wünschen Ihnen einen "Guten Rutsch". Diese Redensart hat auch ihre Geschichte. Der "Gute Rutsch" kommt aus dem jiddischen Wort „Gut Rosch“ und bedeutet soviel wie Anfang. Demnach wünschen wir uns mit dem Guten Rutsch nicht nur einen guten Übergang ins neue Jahr, sondern auch einen guten Anfang und gutes Gelingen für geplante Vorhaben im neuen Jahr. Und was ist mit Prosit Neujahr? Prosit kommt aus dem Lateinischen Wortschatz und heißt frei übersetzt „Lass es gelingen“.

Also: Guten Rutsch und Prosit Neujahr.

Übrigens: Der nächste Rhetorik-Club Potsdam findet am 18.01.2017 von 16:00 bis 19:00 Uhr statt. 

Alles Gute wünscht Ihnen Stefan Schwarz.