Sie sind in aller Munde.
Überall wird über sie gesprochen. Sie können nicht mehr rechnen, und sie können
nicht schreiben. So heißt es jedenfalls. Dafür haben sie Kabel im Ohr. Unsere
Jugend steckt in der technologischen Revolution. Rasch werden Medienseminare
für Ausbilder konzipiert, damit diese „auf Augenhöhe“ mit ihren Azubis
kommunizieren. Aber wie sprechen unsere 18-jährigen Jugendlichen heute?
Eine ehemalige Stanford-Dekanin hat ihre Sicht der Dinge niedergeschrieben und kommt zu interessanten Schlussfolgerungen. Kommunikation sieht sie im Anforderungskatalog ganz vorn. Da kann ich nur zustimmen.
Danke dem Focus online für diese Aufbereitung!
http://www.focus.de/familie/erziehung/ehemalige-stanford-dekanin-raet-diese-acht-dinge-sollten-18-jaehrige-koennen_id_5449028.html
Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen beim Blog „Reden-Training“. Ein Blog, bei dem sich alles um Rhetorik dreht! Mit diesem Blog möchte ich Sie gewinnen für die Kunst des sprachlichen Vortrags. Begleiten Sie mich auf die gedankliche Reise durch die Welt der Kommunikation, freuen Sie sich auf den Vers der Woche, auf manches Zitat und diskutieren Sie mit uns die eine oder andere öffentliche Rede.
Mittwoch, 20. April 2016
Samstag, 26. März 2016
Zum Tod von Guido Westerwelle: Ein großer Redner verlässt die Bühne
Mit Guido Westerwelle verlässt einer der Politiker die Bühne, die zu den großen Rednern zählen. Wir sind in Deutschland leider nicht mehr gesegnet mit Persönlichkeiten der großen Reden. Es gibt sogar Stimmen, die sagen, die Zeit der großen politischen Rede sei tot. Vorbei die Zeit von Adenauer, Wehner, Strauß, Brandt oder Schröder. Schuld an der Entwicklung sei die neue Kommunikations-Technologie, die zu einer individuelleren Kommunikation führt.
Wozu also noch in einem großen Raum mit sehr vielen Menschen eine große Rede halten? Wer einmal den Bann einer großen Rede erlebt hat, die Dynamik, die sich in einem Saal entwickelt, die Fähigkeit großer Redner, eins zu sein mit dem Publikum, wird über diese Entwicklung enttäuscht sein.
Guido Westerwelle war so ein Redner, der auch zu einem großen Publikum im Saal eine Beziehung herstellen konnte. Jetzt bleibt uns noch Gregor Gysi, der diese Fähigkeit besitzt. Was die beiden einte, wissen wenige: Gregor Gysi und Guido Westerwelle sind Mitglieder im Förderkreis der Deutschen Rednerschule von Peter Ditko. Ja, rhetorisches Geschick macht vor parteilichen Grenzen nicht halt.
Ich verneige mich vor dem großen Redner Guido Westerwelle und lasse Sie mit den folgenden Zitaten eintauchen in die Momente von Westerwelles Rhetorik:
Wozu also noch in einem großen Raum mit sehr vielen Menschen eine große Rede halten? Wer einmal den Bann einer großen Rede erlebt hat, die Dynamik, die sich in einem Saal entwickelt, die Fähigkeit großer Redner, eins zu sein mit dem Publikum, wird über diese Entwicklung enttäuscht sein.
Guido Westerwelle war so ein Redner, der auch zu einem großen Publikum im Saal eine Beziehung herstellen konnte. Jetzt bleibt uns noch Gregor Gysi, der diese Fähigkeit besitzt. Was die beiden einte, wissen wenige: Gregor Gysi und Guido Westerwelle sind Mitglieder im Förderkreis der Deutschen Rednerschule von Peter Ditko. Ja, rhetorisches Geschick macht vor parteilichen Grenzen nicht halt.
Ich verneige mich vor dem großen Redner Guido Westerwelle und lasse Sie mit den folgenden Zitaten eintauchen in die Momente von Westerwelles Rhetorik:
- "Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt`s einen, der die Sache regelt. Und das bin ich." (Parteitag der FDP 2001)
- "Statt der Kohle sollten wir Kinder fördern." – Interview in DIE WELT, 24. Januar 2005
- "Ich bin vielleicht jünger als Sie, aber nicht blöder!" – zu Gerhard Schröder in der legendären Bundestagsrunde ARD/ZDF, 18. September 2005
- "Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein." – Gastkommentar, in: Die Welt, 11. Februar 2010
- So wie es in Großbritannien üblich ist, dass man dort selbstverständlich Englisch spricht, so ist es in Deutschland üblich, dass man hier Deutsch spricht." – damit lehnte er auf einer Pressekonferenz die Bitte eines BBC-Reporters ab, sich dessen Frage auf Englisch anzuhören und auch auf Englisch zu antworten; Spiegel TV, 29. September 2009.
Zusammenstellung durch Wikiquote.org (außer Punkt 1)
Dienstag, 1. März 2016
PowerPoint: Was Steve Jobs und Jeff Bezos einte
96 % aller Präsentationen werden mit PowerPoint gehalten (Studie von Reinhard Mielsch). Täglich werden tausende neuer Präsentationen in PowerPoint erstellt und vor (zumeist) gähnendem Publikum vorgetragen. Ein merkwürdiges Phänomen, denn es sind mehr als 50 % aller Vortragenden und Besucher sehr unzufrieden damit. PowerPoint hielt Ende der Neunzigerjahre Einzug in die Welt der Präsentation. Das war in etwa die Zeit, wo wir alle ein Nokia Handy in der Tasche hatten. Wer hat heute hierzulande noch ein Nokia Handy?
PowerPoint dagegen lebt immer noch, obwohl es sich grundsätzlich nicht verändert hat. Warum? Weil es einfach ist? Ich denke es sind zwei Dinge. Zum einen erschafft PowerPoint den gemeinschaftlichen Standard auf niedrigstem Niveau. Wo ein Standard ist, passen sich alle an. Deshalb ist es zweitens das Prinzip der Lemminge. Wenn alle anderen es auch nehmen, kann es ja nicht an meiner Präsentation liegen...
Ich denke, wir sollten PowerPoint genauso austauschen, wie wir die Nokia-Handys ausgetauscht haben.
Möglichkeiten dafür gibt es viele. Das sind zum einen viele wirklich brauchbare technische Werkzeuge und zum anderen natürlich die rhetorischen Fähigkeiten.
- Mut. Sie müssen den Mut haben, sich auszuprobieren, ihren eigenen Stil zu finden und vor allem: sich von den 96 % zu unterscheiden. Es wird zunächst keine Garantie dafür geben, dass es sofort erfolgreich ist.
- Rhetorisches Grund-Handwerkszeug. Dazu gehört nicht nur die Fähigkeit mit Freude vor anderen zu sprechen, sondern natürlich auch, einen Vortrag zu strukturieren, seine Aussagen zu präzisieren und zu thematisieren.
- Eine Sammlung von Ideen und vor allem Bildern, gerne auch kurze Videos (max. 20 sec).
- Einen kleinen Werkzeugkasten, in den Sie zunächst zwei oder drei Werkzeuge als Alternativen zu PowerPoint hinein tun. Dazu gibt es im Netz ein paar Dutzend, davon etwa ein Dutzend gute und kostenfreie Präsentationsmittel. Wir werden in diesem Forum in den nächsten Wochen die einzelnen Werkzeuge vorstellen.
Sie denken, das schaffen sie nicht, außerdem ist es ein großer Aufwand? Ich glaube, das ist nicht der Fall. Allerdings wollen wir nicht verhehlen, dass sie natürlich einen Anfangsaufwand haben, der über eine normale Präsentationsvorbereitung hinausgeht.
Ich bin aber überzeugt davon, dass der Erfolg allein durch die Aufmerksamkeit des alternativen Wegs Ihre Mühen lohnen werden.
Sonntag, 7. Februar 2016
Rhetorik und Ideologie
In mehrfachen Posts hatte ich mich zum Thema "Kampf-Rhetorik" geäußert. Nun nehmen die verbalen politischen Attacken im Kontext der Diskussion über die "Flüchtlingspolitik" aktuell von allen Seiten zu. Zeit also, mal wieder aus rhetorischer Sicht auf bestimmte Begriffe zu schauen. Heute: Dunkelziffer und Durchgreifen.
Dunkelziffer: Absolut geeignet, um Behauptungen aufzustellen, die noch nicht einmal die Tendenz eines Beweises benötigen. Die aus dem "Nichts" gezauberte Dunkelziffer kombiniert man am besten mit dem Kunstgriff 1 von Schopenhauer. Also der Widerlegung der vom Gegner gesagten einzelnen Aussagen mit einer durch nichts bewiesenen Zahlenbehauptung mit dem Hinweis, die Dunkelziffer sei noch viel höher...
Na, fallen Ihnen aktuelle Bezüge ein? Gerade laufen viele solcher Beispiele in allen Tagesmedien. Fast schon zum schmunzeln.
Durchgreifen: Genau genommen benötigen wir kein Durchgreifen in unserer Gesellschaft. Wir haben (vielleicht sogar zu-) viele Regeln, deren Einhaltung zu einem sinnvollen und friedlichen Miteinander führt. Wozu also Durchgreifen? Jacob und Wilhelm Grimm schrieben 1840 zu dem Begriff Durchgreifen:
"uneigentlich, kräftige, entscheidende mittel, sein ansehen gebrauchen. die andern waren unschlüssig und zauderten, er aber griff durch. er war schwach und liesz die sache gehen, aber sein nachfolger wuszte durchzugreifen. man hat guten willen zu helfen und thut einiges, aber man greift nicht durch."
Der Redner wird den Begriff i. d. R. gebrauchen, um sich und seine Position machtvoll(er) darzustellen als sie aktuell ist oder war. Lassen wir den Klang des Wortes vor uns entstehen "Durchgreifen" hört sich mächtig an. Schauen Sie mal in die eine oder andere Talkshow.
Und dabei nicht vergessen: der Begriff Talk-Show hat zwei Facetten und die Betonung liegt ganz sicher nicht auf Talk.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Start in den Februar und weiter viel Spaß mit der deutschen Sprache!
Dienstag, 29. Dezember 2015
Kampf-Rhetorik: Buch-Tipp
Fast täglich fallen mir aktuell-moderne Buch- und Blog-Angebote ins Auge. „12 Tipps für die erfolgreiche Rede“ oder „Wie Sie nie wieder Angst vor Reden haben“ usw.
Leider handelt es sich zu oft um Allgemeinplätze, die in so ziemlich jedem professionellen Rhetorik-Seminar besser, weil individueller, vermittelt werden.
Wenig Literatur beschäftigt sich hingegen mit der Dialektik von Ursache-Wirkungsketten in der rhetorischen Auseinandersetzung. Insofern sind Arthur Schopenhauers Briefe zur eristischen Dialektik auch nach ihrer Veröffentlichung vor 150 Jahren (ja, diese Briefe wurden postum veröffentlicht) brandaktuell.
Unter dem Titel „Die Kunst, Recht zu behalten“ gibt es das Werk bei Amazon via Kindle als e-book kostenlos. Also: Um aktuell zu sein, einfach mal die alten Meister studieren. Viel Spaß!
Donnerstag, 19. November 2015
Ein moderner wissenschaftlicher Text in deutsch oder englisch?
Das Goethe-Institut veranstaltet am 03. Dezember 2015 eine interessante Debatte darüber, ob moderne wissenschaftliche Sprache immer Englisch sein muss: oder vielleicht auch deutsch.
Hier geht es zur Einladung:
https://www.goethe.de/de/m/spr/eng/dwl.html
Hier geht es zur Einladung:
https://www.goethe.de/de/m/spr/eng/dwl.html
Donnerstag, 22. Oktober 2015
Rhetorik-Stammtisch
Ein Mann steht auf und geht nach vorn. In seinem Kopf pocht das Blut. Er sieht zum Publikum und kann kaum einen Menschen richtig erkennen. Er weiß nicht mehr, was seine Botschaft ist, der Mund ist trocken. Plötzlich hört er sich selbst etwas sagen...
Wer zu unserem nächsten Rhetorik-Stammtisch am 19. August 2015 kommt, war i. d. R. zuvor bei einem unserer Seminare. Trotzdem sind auch neue Interessenten gern gesehen!
Unsere Themen am 04. November: Vortag über Stress und danach: Alternative Präsentations-Techniken.
(04.11.2015 von 16:00 bis 19:00 Uhr in der A.M.M.-Gruppe, August-Bebel-Straße 68 in 14482 Potsdam, 4. OG)
Wer zu unserem nächsten Rhetorik-Stammtisch am 19. August 2015 kommt, war i. d. R. zuvor bei einem unserer Seminare. Trotzdem sind auch neue Interessenten gern gesehen!
Unsere Themen am 04. November: Vortag über Stress und danach: Alternative Präsentations-Techniken.
(04.11.2015 von 16:00 bis 19:00 Uhr in der A.M.M.-Gruppe, August-Bebel-Straße 68 in 14482 Potsdam, 4. OG)
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